
Kleine Radreise Aachen – Maastricht – Hasselt und zurück
Eine Fahrt von Aachen nach Maastricht und Hasselt führt durch hübsche Orte und hübsche Landschaft. Beeindruckend ist aber v.a. auch die gute Fahrradinfrastruktur in den Niederlanden und Belgien, von der wir uns gut noch ein Stück abschneiden können.
Im Mai 2025 war ich mit dem Rad in Deutschland, den Niederlanden und in Belgien unterwegs, und das auf nur knapp 80 km Länge. Los ging die Tour mit einer Fahrt in ICE mit reservierten Stellplätzen für das Rad. Im ersten ICE nach Frankfurt gab es nur drei davon - das könnte manchmal knapp werden. Soweit verlief die Hinfahrt ohne Probleme; der große Umweg von über einer Stunde zwischen Köln und Aachen war im Fahrplan schon vorgesehen. Normal sind für die Strecke ca. 30 min.
In Aachen angekommen musste erst einmal die örtliche Sanifair Filiale besichtigt werden. Das macht sicher keiner gern. Trotz Eintritt von 1 €: defekte Automaten, defekte Toiletten, Gestank und Dreck - also schnell weiter!
Von Aachen aus nach Westen
Direkt vor dem Aachener Bahnhof sieht man schon die bekannten Radwegweiser, nur in roter Schrift statt dem bei uns üblichen Grün. Die Innenstadt mit Dom und Rathaus ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Ich wollte aber zügig raus aus der Stadt in Richtung Westen. Es gab viele Baustellen; Radwege sind größtenteils durchgängig vorhanden und auch gut ausgeschildert. Nach einem Anstieg und einer Abfahrt von knapp 3 km kommt man an die niederländische Grenze, die aus einem unscheinbaren Bächlein besteht. Wenn man die schmale Fußgängerbrücke überquert, hat man die Ausreise aus Deutschland geschafft.
Der Grenzverlauf ist nicht ausgeschildert, deshalb fiel mir erst an den gelben Kfz-Kennzeichen auf, dass ich schon in den Niederlanden bin - und natürlich an den vielen Radwegen. Als Thüringer reibt man sich doch die Augen, und ich frage mich immer noch, wie die das eigentlich schaffen: Entlang der Fernstraßen, äquivalent zu unseren Bundesstraßen, gibt es durchgängig auf beiden Seiten Radwege, meist baulich getrennt von der großen Fahrbahn. Der Untergrund ist nicht immer aalglatt, manchmal sind es auch holprige Betonplatten. Trotzdem fühlte ich mich wie in einer anderen Welt. Nicht nur die Radwege waren angenehm, auch die ganze Umgebung ist sehr schön. Abseits der Fernstraße gibt es auch viele kleinere Wege mit wunderbarer Natur und kleinen Ortschaften zu entdecken.
Maastricht
Auf der gesamten Strecke ist das Radwegnetz gut durchnummeriert. Vorausgesetzt man hat eine Karte mit ebenfalls eingezeichneten Zahlen, kommt man mit einer Reihe von Zahlen im Kopf schon recht weit. Wegweiser waren viele vorhanden, aber nicht so viele, dass ich nicht doch immer mal auf die Karte schauen musste. Die Ankunft in Maastricht war wieder ein Erlebnis, was Radwege angeht: Viele superbreit, auch über große Autobrücken. Die Stadt hat einiges zu bieten; direkt an der Maas kommt fast maritimes Flair auf. In der Altstadt gibt es viele kleine Läden, z.B. auch einen Schneider, dem man von der Straße aus beim Maßnehmen zusehen kann. Direkt an der westlichen Stadtgrenze beginnt dann Belgien mit dem „Albertkanaal“.
Entlang des Albertkanals
Um nach Hasselt zu kommen, hat man die Wahl, entweder über Land durch viele kleine Ortschaften oder direkt am Kanal entlang zu fahren. Ich habe beides ausprobiert, und auch in Belgien gibt es selbst im kleinsten Dorf mindestens einen gestrichelten Radschutzstreifen und eine sehr gute Beschilderung. Das Highlight war für mich aber die Fahrt am Kanal entlang. Auf beiden Seiten gibt es einen Radweg, nur manchmal unterbrochen durch Industrieanlagen mit direktem Zugang zum Kanal. Da sollte man doch den orangefarbenen Warnschildern und nicht Google-Maps glauben und rechtzeitig die Kanalseite wechseln. Der Weg am Kanal (F72) gehört zum Netz der „Fietssnelwegen“ (Fietssnelwegen.be), meist super ausgebauten Radschnellwegen mit eigenen Brücken, Tunneln und sogar einer Art Kreisverkehr, z.B. in Hasselt. Da macht Fahrradfahren Spaß! Einmal musste ich einer fauchenden Gänsemutter und ihren Küken ausweichen, ansonsten kann man oft dank flacher Strecke so schnell fahren, wie man möchte bzw. kann. Perfekte Bedingungen für Radfahrende. Ungewohnt war, dass auch Motorroller diesen Weg teilweise nutzen dürfen - zur Sicherheit geschwindigkeitsbegrenzt auf 30 km/h .
Auf der Überlandstrecke nach Hasselt gab es einige Baustellen, die erst mein Navi und dann auch mich verwirrt haben. Bis ich das große(!) Schild mit der Umleitungskarte (nur für Radfahrer) gefunden hatte. So bin ich dann auch gut in Hasselt angekommen. Für mich war die Fahrt an einem Nachmittag geschafft, aber dank der sehr guten Wege, schönen Landschaft und gutem Essen könnte man noch viel mehr Zeit dort verbringen.
Der Albertkanaal führt an Hasselt vorbei Richtung Norden nach Antwerpen. Radschnellwege gibt es in ganz Flandern, dem nördlichen Teil Belgiens, zum Beispiel Richtung Brüssel, Richtung Nordsee mit Brügge und Ostende und noch weiter nach Westen an die französische Grenze nahe Dunkerque.
Markus Schneider
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