Das wird nichts! Schlössern dieser Güte muss man schon mit einem Winkelschleifer zu Leibe rücken, um etwas zu erreichen. Mit dem Bolzenschneider knackt man nur einfache Schlossbügel.

Mit dem Bolzenschneider knackt man nur einfache Schlossbügel. © ADFC

Das richtige Fahrradschloss

 

Die Faustregel lautet: Drei Minuten muss ein Fahrradschloss gewaltsamen Aufbruchsversuchen standhalten. Worauf sollte man aber bei der Wahl des Schlosses achten?

 

Qualität ist entscheidend

Das wichtigste Kriterium beim Kauf eines Schlosses ist die Qualität. Gute Bügelschlösser mit Drehscheibenzylinder sind ab etwa 50 Euro erhältlich und halten viele Jahre. Aber auch günstigere Modelle können gut sein – hier lohnt beispielsweise ein Blick auf die Tests der Stiftung Warentest. Prinzipiell gilt: Ein Fahrradschloss ist nur so gut wie seine schwächste Stelle, auch da muss die Qualität von Material, Schlosszylinder und Schlosskörper stimmen.
 

Masse und Zylinder

Masse zählt: Je größer der Durchmesser des Bügels, desto stabiler ist er – deshalb wiegen hochwertige Schlösser meist mehr als ein Kilogramm. Die beste Stahlqualität nützt aber wenig, wenn sich der Schließzylinder leicht überwinden lässt.

Einen recht hohen Schutz bieten hier Drehscheibenzylinder. Anstelle von sonst üblichen Stiften muss der Schlüssel hier die Scheiben im Zylinder in die richtige Stellung bringen. Lockpicking, also das intelligente Schlossöffnen, ist schwierig, weil die Scheiben eng hintereinanderliegen. Zudem braucht man zur manipulativen Öffnung ein kompliziertes Werkzeug, das obendrein immer nur für einen Schlosstyp eines Herstellers passt.
 

Gehärteter Stahl

Hinter der Plastikverkleidung des Schlosskörpers sollte der Stahl ebenso gehärtet sein wie Bügel, Kette oder Faltglieder und auch Kältesprayattacken aushalten. Bei einem viereckigen Bügel, der in einem viereckigen Schlosskörper steckt, müsste der Bügel an zwei Stellen aufgetrennt werden, weil sich die eckigen Bügel im Schlosskörper kaum drehen können. Die eckige Form erschwert auch den Einsatz von Bolzenschneidern.
 

Investieren in zwei Schlösser

Da sich Fahrraddiebe oft auf eine Bauart spezialisieren, ist es empfehlenswert, sein Fahrrad mit einem zweiten Schlosstyp an- und abschließen.
 

Schlosstypen

Neben völlig unbrauchbaren Billig-Schlössern unterscheidet man grundsätzlich fünf verschiedene Arten von Schlössern:
 

  • Bügelschlösser: Die schweren Stahlbügel sind das Beste, was man an Fahrradsicherheit bekommen kann. Die Markenprodukte sind so stabil gebaut, dass ein gewaltsamer Aufbruchsversuch auf offener Straße kaum Chance auf Erfolg hat. Gegen das professionelle Knacken des Schlosses durch sogenanntes Lockpicking schützen allerdings meist nur die Topmodelle renommierter Hersteller.
     
  • Panzerkabel und Ketten: Gute Panzerkabel und Kettenschlösser sind mittlerweile fast so sicher wie Stahlbügel, da meist die gleichen Schließmechanismen verwendet werden und die Panzerung bzw. die Kettenglieder ähnlich widerstandsfähig sind. Dabei sind sie wesentlich flexibler als Bügelschlösser, was das Anschließen an Bäume oder Straßenlaternen erleichtert.
     
  • Faltschlösser: Faltschlösser lassen sich wie ein Zollstock auf ein kompaktes Maß zusammenlegen und gut am Fahrrad mitführen. Die hochwertigen und damit auch hochpreisigen Versionen bieten eine ähnlich hohe Sicherheit wie Bügelschlösser. Tipp: Die längste Version wählen, das erleichtert das Anschließen.
     
  • Rahmenschlösser: Rahmenschlösser reichen als alleinige Diebstahlsicherung nicht aus. Als "Wegfahrsperre“, wenn man nur kurz im Laden ist und das Fahrrad im Blick hat, haben sie aber ebenso ihre Berechtigung wie als zusätzliche Sicherung neben dem Panzerkabel- oder Bügelschloss.
     
  • Spiralkabelschlösser: Für die dünnen Spiralkabel gilt das gleiche wie für Rahmenschlösser: Sie bieten nicht genug Sicherheit, um das Rad unbeobachtet lassen zu können. Dabei spielt der Schließmechanismus eine eher untergeordnete Rolle, da meist ein Seitenschneider ausreicht, um das Seil zu knacken.

 

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